Die Entstehung der hochschulrechtlichen Sammlung der KMK

Die Anfänge

Stempel

Das Wissenschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen richtete 1974 eine Dokumentationsstelle für Hochschulrecht als Modellversuch an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen ein. Projektleiter war Professor Friedrich Graf Stenbock-Fermor, der bis dahin Kanzler der RWTH Aachen gewesen war. Seit April 1974 war auch Dr. Holger Conrad juristischer Mitarbeiter der Dokumentationsstelle, die zudem intensiv vom Rechenzentrum der RWTH Aachen (Prof. Dr. Haupt, Alexander Giedke) unterstützt wurde. Aufgabe der Dokumentationsstelle sollte es unter anderem sein, alle relevanten Entscheidungen deutscher Gerichte zum Hochschulrecht mit Hilfe der elektronischen Datenverarbeitung zu erfassen. Für die sachgerechte Dokumentation wurde von der Dokumentationsstelle eine Systematik entwickelt, die die Möglichkeit bot, die ausgewerteten Gerichtsentscheidungen mittels eines in sich strukturierten Schlagwortsystems mit Hilfe der EDV zu recherchieren. Die Urteile wurden neben formalen Erschließungskriterien auch nach Schlagworten, Sachgebieten und Normen katalogisiert. Die von den Gerichten zugeleiteten Urteile und Beschlüsse wurden redaktionell in Form vom Leitsätzen und Textauszügen so bearbeitet, dass die relevanten Informationen den elektronisch gespeicherten Gerichtsentscheidungen entnommen werden konnten. Zum Abschluss des Modellprojekts gab die Dokumentationsstelle einen Bericht heraus, der an die zuständigen und interessierten Stellen versandt wurde. Den Bericht der Dokumentationsstelle sowie eine später zur Thematik von Holger Conrad verfasste juristische Dissertation finden Sie in unserer Bibliothek.

Seit 1978 wurde die Aufgabe der Dokumentationsstelle vom Sekretariat der Kultusministerkonferenz wahrgenommen, das auch das bisherige Personal - ohne den bereits vorher im Ruhestand befindlichen Leiter des Modellversuchs - übernahm. Während der Entwicklung der hochschulrechtlichen Dokumentation in der KMK konnten auch neuere elektronische Medien für die Datenerfassung und Auswertung eingesetzt werden. Im Laufe der gesamten Aktivitäten wurden über 23.000 Gerichtsentscheidungen erfasst, von denen allerdings nur ca. ein Zehntel in Auszügen publiziert wurde. Die Urteile waren auf Grund einer besonderen Regelung von den Gerichten eingesandt oder auf Nachfrage bereitgestellt worden. Die Publikation erfolgte seit 1978 in Form von Informationsheften, die je nach Dokumentationsfortschritt mehrmals im Jahr unter der Bezeichnung "Informationen zum Hochschulrecht" (KMK-HSchR) an die Mitglieder der KMK, an die Gerichte sowie im Abonnement den Hochschulen und anderweitig Interessierte verteilt wurden. Seit 1991 erschien die Dokumentation in Form einer Loseblatt-Sammlung (KMK-HSchR/NF), deren Erscheinen im Jahr 2004 eingestellt wurde. Mit der 2006 erfolgten Übernahme der Aufgabe durch die Europäische EDV-Akademie des Rechts im Auftrag der Kultusministerkonferenz sind Weichen für die weitere Entwicklung gestellt worden.

Aufbruch in eine digitalisierte Welt

Damit bietet sich jetzt die Möglichkeit, die Verbreitung der bisher ausgewerteten und künftig zu erfassenden Entscheidungen dem digitalen Zeitalter anzupassen. Aus der Verbreitung durch die Informationshefte wird nun eine freizugängliche Online-Datenbank. Diese wurde in Zusammenarbeit mit der Europäischen EDV-Akademie des Rechts aus der ansatzweise bereits bestehenden Datenbank entwickelt und ausgebaut. Die EEAR hat damit die weitere Funktion übernommen und wird in Zukunft hochschulrechtliche Entscheidungen im Volltext an dieser Stelle anbieten.

Heftchen
Impressum Schriftzug der EDV-Akademie